Hörtips – nicht nur für Cellisten

By 9. October 2017 Allgemein

Ins Konzert gehen ist herrlich. Aber Musik macht auch Freude wenn sie aus der Konserve kommt, oft kann man sogar Details hören, die im Konzert untergehen.
Hier einige Aufnahmen die ich besonders großartig finde und an denen ich mich nicht satthören kann:

KLASSIK

Das großartige Belcea Quartett
Was auch immer man vom Belcea Quartett hört, man meint die Musik zum ersten mal zu hören (und das immer wieder). Die 4 haben einfach alles: sie spielen natürlich, intelligent, spontan, klangschön, berührend, mit einer riesigen Farbpalette, souveräner Technik, und einer Intonation, die man als Streichquartett eigentlich gar nicht erreichen kann.

Der französische Cellist Jean-Guihen Queyras

Der niederländische Cellist Peter Wispelwey

Der russische Cellist Mischa Maisky
ist ein legendärer Musiker. Ich kenne kein vergleichbares Schostakowitsch Konzert:

  • Schostakowitsch Cellokonzerte | Spotify

JAZZ

Der Trompeter Wynton Marsalis
Lässiger geht es kaum als bei diesem Jazzmusiker, der übrigens Klassik studiert hat. Seine Tonschönheit und Timing sind absolut überragend und es groovt, das man kaum still sitzen kann.

  • “Live at the House of Tribes” | Spotify


AUDIO TECHNIK FÜR ZUHAUSE

Als Kind war ich zum ersten mal in einem Tonstudio, um mit meinem Streichquartett eine Aufnahme für einen Wettbewerb zu machen. Das Ergebnis war erfolgreich und hat meinen weiteren Weg bestimmt. Das Tonstudio an sich faszinierte mich sehr: Es gab da riesige analoge Bandmaschinen, Lautsprecher, Mikrofone, schallisolierte Räume und dazu ein Gefühl von großer weiter Welt. Als wenig später die Compact Disk auf den Markt kam, besorgte ich mir eine der ersten CDs (Brahms Cellosonaten mit Rostropowitsch und Serkin) und ein Jahr später den ersten erhältlichen CD Player, einen Marantz CD73 mit goldener Front und giftig riechenden Elektronikbauteilen. Während meines Studiums in England erwarb ich in London ein paar BBC Studiolautsprecher, die ich dort bei vielen Musikern gesehen hatte. Sie hörten auf den Namen LS3/5a, hatten die Grösse einer Schuhschachtel und waren großartig.
Bis heute habe ich ein Faible für Audio Technik und verfolge die Entwicklung. Für den Heimhörer und Liebhaber akustischer Musik habe ich eine Lautsprecherempfehlung aus der professionellen Audiotechnik: die 8000er Serie der Firma Genelec aus Finland. Es sind sog. aktive Nahfeldmonitore, bei denen die Endverstärkung eingebaut ist, somit kann man sie direkt an ein Laptop oder smartphone anschliessen. Besonders das Modell 8030 ist preiswert und zudem eine gute Grösse für die meisten Wohnzimmer.
Wer dazu noch eine exzellente Vorstufe sucht, dem sei der 
Funk LAP-2 des Berliner Entwicklers Thomas Funk empfohlen. Sie ist komplett analog, klein, unscheinbar und weltweit als Nonplusultra im Rundfunk im Einsatz. Understatement pur.